Joost und Meinert Meyer „… von Nashörnern und anderen Sichtweisen“

19.01.-26.03.2014

MeyerundMeyer

Nach seiner Schulzeit in Münster-Kinderhaus geht Joost Meyer (geb. 1976) 1996 zum Studium nach Aachen. Dort spezialisiert er sich auf Bildhauerei bei Prof. Lutz Brockhaus. Der Abschluss des Studiums erfolgt 2002 mit dem Werkstück „Gestaltwandel“.Die von Joost Meyer geschaffenen Kreaturen sollen uns unsere Beziehungen zu den Mitgeschöpfen und unsere Gefühle, die dabei ins Spiel kommen, vor Augen führen. Tiere sind für uns Projektionsflächen, die wir nur allzu gerne mit unseren Vorstellungen aufladen. Joost dreht deshalb den Spieß um: Wer oder was schaut wen an und wer oder was spiegelt sich, findet sich in welcher Gestalt wieder?
Besonders wichtig sind für Joost Erfahrungen während eines dreimonatigen Aufenthaltes in Harare, Simbabwe – unterstützt durch ein Reisestipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Die gemeinsame Arbeit mit den Bildhauern Maud und Joram Mariga und mit Gedion Nyanhongo zeigt sich bis heute in seiner bildhauerischen Arbeitsweise.
Ergänzt wird die Ausstellung durch Radierungen und Bilder in Öl, die der Vater von Joost, Meinert Meyer (geb. 1941), hergestellt hat. Meinert nimmt Anregungen bekannter Künstler auf, verfremdet deren Bildwerke aber in seinen Eigenproduktionen: Albrecht Dürers Holzschnitt des ersten Nashorns, das in der Neuzeit nach Europa gekommen ist, Wassily Kandinskys Bild „Einige Kreise“, René Magrittes surrealistische Konstruktionen der Wirklichkeit, Franz Radziwills Stillleben, aber auch freie Produktionen wie ein Uhu vor Leuchtturm mit Kondor oder eine Alpenlandschaft gekoppelt mit einem abstrakten Bild – jeder Versuch, die Wirklichkeit „abzumalen“, führt in die Verfremdung. Der Kontrast der Skulpturen und der Ölbilder von Sohn und Vater kann erheitern, vielleicht aber auch Reflexionen über Kunst als Beruf und als Hobby provozieren. Auf den ersten Blick sehr unterschiedliche, auf den zweiten Blick aber zugleich sehr verwandte Sichtweisen lassen sich in dieser Ausstellung entdecken.

 

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