„Slam it!“ – Texte und mehr

Slamflyer05Seit 2011 gibt es das Projekt „Slam it!“ – Texte und mehr, ein Kooperationsprojekt von Kap.8 und Geschwister-Scholl-Gymnasium. Die Idee einer Abiturientin wurde von den Kooperationpartnern aufgegriffen und entwickelt sich seither stetig weiter.

Durch die räumliche Nähe und die Stadtteilausrichtung beider Kooperationspartner gibt es regelmäßig punktuelle Kooperationen. Mit „Slam it!“ wird der Versuch unternommen, die Ergebnisse kultureller Auseinandersetzung (Textproduktion) aus dem Schulkontext zu holen und in einem neuen Rahmen öffentlich zu präsentieren. Mit der Studiobühne im Kap.8 – regelmäßig Schauplatz von Kleinkunstveranstaltungen – steht ein geeigneter Standort zur Verfügung.

mixed up 2014 finalisten-web

Ziel ist es, das Kulturschaffen junger Menschen in den Fokus zu nehmen und einen neuen Ort der kulturellen und interkulturellen Begegnung für Jung und Alt, Profis und Amateure zu erschließen. So sollen Schülerinnen und Schüler in lokale, authentische Prozesse darstellender Kunst involviert werden, was wiederum bereichernd auf das Stadtteilleben zurückwirkt.

Nach Art der Poetry-Slams treten SchülerInnen und Profis gemeinsam auf der Studiobühne im Kap.8 auf, das Publikum nominiert die Gewinner. Für Live-Musik, das leibl. Wohl, Moderation + Licht- /Tontechnik sorgen SchülerInnen. Die Texte werden meist im Literaturkurs (Qualifikationsphase) und im Fach KuLT (Mittelstufe) erstellt, aber vereinzelt auch in Workshops mit Slammern aus der lokalen Szene. Die Kooperationspartner nutzen lokale Ressourcen und fördern Vernetzung. „Slam it!“ versucht das selbstorganisierte und gestalterische Handeln von Jugendkulturarbeit im curricularen Kontext von Schule zu ermöglichen. Im Sinne des Empowerments wird an die Interessen und Fähigkeiten angeknüpft sowie kulturelle Teilhabe gefördert. Über den Eventcharakter des Projekts und die Zusammenarbeit mit Künstlern sollen Texte und Textproduktion als identifikationsstiftend erfahrbar gemacht werden, sie sollen als Basis für die Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenswelt dienen und diese Sicht der Dinge soll – über den jugendkulturellen Kontext hinaus – öffentlich gemacht werden. Das Projekt will eine heterogene Schülerschaft zu interkulturellem Austausch anregen und über das gemeinsame Tun Selbstwirksamkeit freisetzen.

Der Projektrahmen wird durch die Kooperationspartner vorgehalten: Textproduktion im Rahmen von Unterricht, Koordination der Projektideen durch Lehrerinnen, Ausstattung und Technik der Kleinkunstbühne, Druck von Werbemedien. In diesem Rahmen besteht ein Höchstmaß an Freiraum für kreative Ausgestaltung und dynamische Projektentwicklung: Produktion der Texte, überwiegend als Teil des freien Schreibens im Unterricht; in der Begegnung mit Schreibanlässen wählen die SchülerInnen Themen und Formen selbst, praktizieren Feedbackmethoden und überarbeiten Text und Performance. Die Programmgestaltung des Abends wird ebenfalls von den SchülerInnen vorbereitet. Insbesondere die Akquise bzw. Motivation von Mitschülern zur Mitwirkung mit Text- oder Musikbeiträgen, Werbung – Plakat und Flyer – wird von ihnen geleistet, ebenso Werbung über soziale Netzwerke, Abendkasse, Cateringangebote für Besucher, Licht- und Tontechnik sowie die Moderation. Auf diese Weise stützen sie die Eckpfeiler des Projekts. „Slam it!“ will Jugendkulturarbeit im schulischen Kontext verorten, Schule und Jugendkultur zum Stadtteil öffnen und neue Kulturräume erschließen.Jonis_Portrait

 

Das wichtigste für mich war, dass auch Leute, die ich nicht kenne, meine Gedichte kennen lernen, dass man Kritik von anderen bekommt und dass man auf der Bühne steht, beachtet wird und zwar ohne Ansehen des Alters.“ (Jonis Aden Omar, 11 Jahre, Mitwirkender und jüngster Preisträger)

Janis_Portrait„Als besondere Erfahrung mit dieser Idee eines gemeinsamen Slams von Schülerinnen, Schülern und Profis, habe ich mitnehmen können, ein Projekt aus verschiedensten Blickwinkeln zu beobachten: Ob als Zuschauer, als Berichterstatter für die Lokalzeitung, als Amateurslammer oder als Moderator. Vom Schreiben eines Beitrags, zum Schreiben über die Beiträge bis hin zum Ankündigen der Beiträge. Die besondere Rolle als Verbindung von Stadtteilkultur mit Schule, fernab von klassischer innerstädtischer Kulturlandschaft, zeichnet das Projekt ebenso aus, wie die Rahmenbedingungen: Nicht nur die Club-Atmosphäre im Mokido Kinderhaus hat einen Beitrag zum Erfolg geleistet. „Slam it!“ zeichnete sich insbesondere durch die gleichberechtigte Mitwirkung und das Engagement von Lehrkräften, Schülerschaft und Kulturschaffenden an einer neuen Idee für Stadtteil- und Schulkultur aus. “ (Janis Fifka, 20 Jahre, Abitur 2013, Student der Geschichts- und Politikwissenschaft)

Fotos s. a. hier und hier

Presse: